Altlasten
Der Umgang mit wassergefährdenen Treib- und Betriebsstoffen über einen sehr langen Zeitraum hat zu Verunreinigungen des Untergrunds und des Grundwassers geführt. In Einzelfällen sind die Verunreinigungen bereits vor vielen Jahren festgestellt worden, so dass bereits durch die Bundeswehr Sanierungsmaßnahmen veranlasst wurden. So wurden Sanierungsmaßnahmen im Hafen und Verladebahnhof I und insbesondere im Bereich Verladebahnhof II ergriffen, der auch heute noch den Schwerpunkt von Sanierungen und auch weiteren Untersuchungen darstellt.
Zusammenfassung der Maßnahmezeiträume
Bis 2005 | überwiegend Bearbeitung kleinerer, akuter Schadensfälle |
Ab 2006 | systematische Erfassung und Beginn eines Grundwasser-Monitorings durch den Geoinformationsdienst der Bundeswehr |
2009 | Bau eines neuen Feuerlöschbrunnens am Verladebahnhof II, |
2010 | Erfassung und Erstbewertung (Phase I nach BFR BoGwS) sowie Inbetriebnahme einer hydraulischen Sicherungs- / Sanierungsanlage am Verladebahnhof II |
2011 - 2015 | Grundwasser-Monitoring, Modifizierungen an der Sanierungsanlage Bahnhof II, weitere Erkundungen (Orientierende Untersuchung: Phase IIa und Detailuntersuchung: Phase IIb) auf dem übrigen Gelände |
2016 | Inbetriebnahme einer hydraulischen Sicherungs- / Sanierungsanlage am Verladebahnhof I unter der Regie der Bundeswehr, Übernahme der Altlastenbearbeitung durch die BImA |
Seit 2017 | diverse Untersuchungen im Bereich der Schadensfälle an den Verladebahnhöfen I und II und in der Schadstofffahne |
2019 - 2020 | Ideen- und Planungswettbewerb Bodensanierung Verladebahnhof II |
2021 - 2025 | Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung der Bodensanierung Verladebahnhof II inkl. Vorversuche |
2026 | Start der Bodensanierung Verladebahnhof II |
Seit 2010 werden auf dem Standort systematische Untersuchungen zu möglichen Boden- und Grundwasserverunreinigungen durchgeführt. Zunächst erfolgte dies im Auftrag der Bundeswehr und seit 2016 im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Dafür wurden und werden erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet.
In der Abwicklung der Projekte und Aufträge bedient sich die BImA der Bauverwaltungen der Länder, in diesem Fall der Performa Nord, einem Eigenbetrieb der Freien und Hansestadt Bremen. Der Geschäftsbereich Bundesbau führt Baumaßnahmen auf Bundesliegenschaften im Auftrag der Bundeswehr und der BImA durch, so auch Aufträge des Kontaminationsmanagements.
Systematische Untersuchung bedeutet im ersten Schritt eine Erfassung und Erstbewertung (Phase I nach Baufachlichen Richtlinien für Boden- und Grundwasserschutz – BFR BoGwS) von kontaminationsverdächtigen Flächen (KVF). Dies umfasst Recherchen zur Nutzung der Liegenschaft u.a. durch die Auswertung von Unterlagen, Befragungen von aktuellen und ehemaligen Bediensteten auf dem Standort sowie anderen Kenntnisträgern, Auswertung von Luftbildern und Begehungen der Liegenschaft. Die Phase I wurde im Jahre 2010 im Auftrag der Bundeswehr durchgeführt.
In der Folge wurden im Rahmen von Orientierenden Untersuchungen (Phase IIa) der Kontaminationsverdacht für KVF mittels Bodenuntersuchungen überprüft. Sofern sich ein Kontaminationsverdacht dabei bestätigt, werden meist weitere Untersuchungen zur Gefährdungsabschätzung erforderlich. Dies erfolgt im Rahmen von Detailuntersuchungen (Phase IIb).
Im Verlaufe der Bearbeitung haben sich einige Schwerpunkte herauskristallisiert, die im Folgenden näher betrachtet werden:
Gut zu wissen
Das Schadstoffspektrum umfasst im Wesentlichen folgende typische Bestandteile von Kraftstoffen:
MKW: Mineralölkohlenwasserstoffe
BTEX: aromatische Kohlenwasserstoffe
PAK: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
MTBE: Methyl-tert-butyl-ether, ein Klopfschutzmittel für Benzinkraftstoffe
Die zuständige Bodenschutz- und Wasserbehörde bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft (SUKW) berichtet ebenfalls umfangreich auf ihrer Internetseite zu den Altlasten auf dem Tanklager Farge.

Übersichtskarte des Tanklager Bremen-Farge (Stefan Ivert, BImA)
Das Tanklager und die wesentlichen Altlasten-Flächen Hafen, Verladebahnhof I und Verladebahnhof II. Die Kontaminationsverdachtsflächen (KVF38 und KVF 39) sind Gruben, in denen in den 50er Jahren Schlämme aus den Reinigungen der Tankbehälter abgelagert wurden. Dort finden noch Erkundungen statt.